Ein Kreuzbiss fällt bei Kindern nicht immer sofort auf, da die Fehlstellung häufig erst beim genauen Zubeißen sichtbar wird und im Alltag kaum Beschwerden verursacht. Hinweise können eine auffällige Stellung einzelner Zähne beim Zubeißen oder ein seitliches Ausweichen des Unterkiefers sein. Wird der Kreuzbiss während des Kieferwachstums erkannt, kann geprüft werden, ob und zu welchem Zeitpunkt eine Behandlung notwendig ist. Für Eltern stellen sich dabei meist drei Fragen: Muss der Kreuzbiss behandelt werden? Welche Zahnspange kommt infrage? Und mit welchen Kosten ist in der Schweiz zu rechnen?
Kurzfassung
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Was passiert bei einem Kreuzbiss?
Bei einem regulären Biss stehen die oberen Seitenzähne etwas weiter außen als die entsprechenden unteren Zähne. Bei einem Kreuzbiss ist dieses Verhältnis an einer oder mehreren Stellen umgekehrt. Die Fehlstellung kann im Bereich der Schneidezähne oder seitlich bei den Backenzähnen auftreten.
Bei einem seitlichen Kreuzbiss kann es vorkommen, dass das Kind den Unterkiefer beim Zubeißen zur Seite bewegt, damit die Zahnreihen aufeinandertreffen. Dadurch kann es über längere Zeit zu einer einseitigen Belastung kommen, die die Kieferentwicklung beeinflussen kann. Besonders bei ausgeprägten Kreuz- und Zwangsbissen kann deshalb eine frühzeitige kieferorthopädische Behandlung sinnvoll sein, um die weitere Entwicklung gezielt zu unterstützen.
Nicht jeder Kreuzbiss benötigt jedoch dieselbe Behandlung. Zunächst muss untersucht werden, welche Zähne betroffen sind, wie Ober- und Unterkiefer zueinander stehen und ob der Unterkiefer beim Schließen des Mundes ausweicht.
Wann sollte ein Kreuzbiss bei Kindern untersucht werden?
Für eine kieferorthopädische Untersuchung muss nicht gewartet werden, bis alle bleibenden Zähne vorhanden sind. Bei bestimmten Formen des Kreuzbisses kann gerade das noch vorhandene Kieferwachstum für die Behandlung relevant sein. Zum Beispiel kann bei einem seitlichen Kreuzbiss das Wachstum genutzt werden, um die Entwicklung der Kiefer und die Stellung der Zahnreihen gezielt zu beeinflussen.
Eine Untersuchung bedeutet nicht automatisch, dass direkt eine Zahnspange eingesetzt wird. Zunächst wird festgestellt, ob eine Behandlung bereits notwendig ist oder ob die weitere Entwicklung kontrolliert werden kann.
Eltern sollten insbesondere auf folgende Hinweise achten:
- Der Unterkiefer weicht beim Zubeißen sichtbar nach links oder rechts aus.
- Das Kind kaut überwiegend auf einer Seite.
- Einzelne obere Zähne stehen beim Zubeißen hinter der unteren Zahnreihe.
- Ober- und Unterkiefer wirken bei geschlossenem Mund seitlich versetzt.
- Die Zahnreihen treffen an einzelnen Stellen sichtbar nicht richtig aufeinander.
Solche Beobachtungen ersetzen keine Diagnose, sind aber ein konkreter Anlass, die Zahn- und Kieferstellung untersuchen zu lassen.
Welche Zahnspange kommt bei einem Kreuzbiss infrage?
Die Art der Zahnspange richtet sich danach, was korrigiert werden muss. Bei Kindern können beispielsweise herausnehmbare Apparaturen eingesetzt werden. Ist der Oberkiefer zu schmal, können Apparaturen erforderlich sein, mit denen seine Breite beeinflusst wird. In anderen Fällen kommt eine feste Zahnspange infrage.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht nur „feste oder lose Zahnspange?“. Zunächst muss geklärt werden, welche Veränderung notwendig ist: Müssen einzelne Zähne korrigiert werden? Fehlt Platz im Zahnbogen? Ist der Oberkiefer zu schmal? Oder muss das Wachstum des Kiefers bei der Behandlung berücksichtigt werden?
Welche Behandlungsmöglichkeiten bei einem Kreuzbiss infrage kommen und wie hoch die Kosten ausfallen, hängt von der Zahn- und Kiefersituation ab. Die erforderlichen Behandlungsschritte werden im Rahmen einer kieferorthopädischen Untersuchung festgelegt.
Was kostet eine Zahnspange bei Kreuzbiss?
Für die Behandlung eines Kreuzbisses gibt es keinen einheitlichen Preis. Wie hoch die Gesamtkosten ausfallen, hängt unter anderem davon ab,
- wie stark der Kreuzbiss ausgeprägt ist,
- welche Apparatur benötigt wird,
- wie lange die Behandlung dauert,
- welche diagnostischen Untersuchungen notwendig sind und
- wie viele Kontroll- und Anpassungstermine erforderlich sind.
Vor Beginn der Behandlung sollten Eltern daher einen schriftlichen Behandlungs- und Kostenplan erhalten. Damit kann nachvollzogen werden, welche Behandlung vorgesehen ist und welche Kosten dafür angesetzt werden. Gleichzeitig kann der Plan bei einer vorhandenen Zahnzusatzversicherung zur Prüfung eingereicht werden.
Für Familien in der Schweiz ist wichtig zu wissen, dass gewöhnliche Zahnstellungskorrekturen bei Kindern grundsätzlich nicht von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung übernommen werden. Eine Kostenübernahme durch die Grundversicherung ist nur unter bestimmten, gesetzlich festgelegten Voraussetzungen möglich.
Ob eine Zusatzversicherung einen Teil der Kosten übernimmt, hängt vom jeweiligen Vertrag ab. Eltern sollten deshalb vor Behandlungsbeginn prüfen, welcher Prozentsatz erstattet wird, welche Höchstbeträge gelten und ob die Versicherung bestimmte Voraussetzungen für die Kostenübernahme verlangt.
Warum der Zeitpunkt der Untersuchung eine Rolle spielt
Eine frühe Untersuchung zeigt, ob eine Fehlstellung bereits während des Wachstums behandelt werden sollte oder zunächst beobachtet werden kann. Bei Kindern stehen teilweise andere Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung als nach Abschluss des Kieferwachstums. Deshalb sollte nicht allein nach dem Alter entschieden werden, sondern nach Zahnstellung, Kieferlage und Entwicklungsstand.
Nach der Untersuchung sollten Eltern konkrete Antworten auf folgende Fragen erhalten: Liegt ein behandlungsbedürftiger Kreuzbiss vor? Muss bereits jetzt begonnen werden? Welche Apparatur ist vorgesehen? Mit welcher Behandlungsdauer ist zu rechnen? Und welche Kosten entstehen voraussichtlich?
Diese Angaben erleichtern es, die nächsten Schritte zu planen und eine mögliche Kostenbeteiligung der Zusatzversicherung vor Behandlungsbeginn zu prüfen.
Fazit: Erst den Kreuzbiss untersuchen, dann die Zahnspange auswählen
Bei einem Kreuzbiss sollte nicht allein danach entschieden werden, welche Zahnspange unauffälliger, angenehmer oder preiswerter erscheint. Zuerst muss festgestellt werden, welche Form des Kreuzbisses vorliegt, wie Ober- und Unterkiefer zueinander stehen und ob das Wachstum für die Behandlung relevant ist.
Auf dieser Grundlage lässt sich entscheiden, ob eine Behandlung notwendig ist, wann sie beginnen sollte und welche Apparatur dafür geeignet ist. Ein schriftlicher Behandlungs- und Kostenplan zeigt anschließend, welche Schritte vorgesehen sind und welche finanziellen Aufwendungen zu erwarten sind.
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